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Da die ersten beiden der obigen pdf
Dateien leider nur sehr schwer lesbar sind (Aufruf durch Klick auf das
entsprechende Foto), nachfolgend der (leider lückenhaft) abgeschriebene Text der Files.
Ergänzend dazu gibt es ein gut lesbares Interview, das durch einen Klick
auf das Bild ganz rechts abgerufen werden kann.
FÜNF JAHRE FSW (FREIE SÜDTIROLER WELLE); veröffentlicht 1981 in der
Zeitschrift ff
Südtirols erster deutschsprachiger Rundfunksender, die Freie Südtiroler
Welle, Meran, feiert in diesen Tagen ihr 5-jähriges Bestehen. In
fünf Jahren passiert viel, und so ist auch aus dem Hobby-Sender ein
anerkanntes Medium geworden. Robert Asam, seit 1977 Mitarbeiter bei FSW,
hat den Werdegang des Senders für ff zusammengefasst.
VOM KÜCHENTISCH AUF DEN THEATERPLATZ - 5 JAHRE FSW
Seit April 1976 auf UKW 103,5 MHz hört man in Meran und Umgebung ein
rhythmisches "EF-ES-WE" und dann die Stationsansage "Hier
ist die Freie Südtiroler Welle, die heiter beschwingte Welle des
Burggrafenamtes. Sie hören uns auf...". Die jungen Leute stehen
Kopf, die älteren wundern sich. Manch einer hat irgendwann von den
sogenannten Piratensendern wie Radio Nordsee oder Radio Veronica gehört,
die außerhalb der Hoheitsgewässer auf alten Dampfern im Atlantik ihr
poppiges Unwesen getrieben haben. Gibt es sowas nun auch in Südtirol? Ja
und Nein! FSW treibt nicht auf den Meereswellen außerhalb der Legalität
(.....), hat aber nichts was piratensenderwürdig wäre: flotte Musik von
früh bis spät und Ansager, die Sprüche drauf haben, an die sich
Südtirols Radiohörer erst gewöhnen müssen. Aber FSW kommt an! Es
dauert nur wenige Wochen und Meran und das Burggrafenamt hören aufmerksam
die heimische "heiter beschwingte Welle".
Christian Chindamo von Witkenberg und mit ihm einige Mitarbeiten hatten
aus Spaß an der Freud' FSW gegründet. Das neue Rundfunkbaby entwickelte
sich rasch. Bereits wenige Wochen nach Beginn der Probesendungen wurde FSW
von der Geburtsstätte, einem Küchentisch in einer Wohnzimmerecke, in
eine 4-Zimmer-Wohnung in der Romstraße verlegt (.....), in die man einen
- wenn auch alten - Schreibtisch, der FSW in Form zweier Plattenspieler,
eines Mixers und eines Mikrofons zu tragen hatte.
Die "Macher" wussten, worauf es ankam: Hörernähe war das
Schlagwort, also stellten sie den direkten Draht zu ihren Hörern her. Das
Prinzip war denkbar einfach (für einen kleinen Privatsender):
"Hörer ruft an, FSW reagiert sofort!" Die MUM-Sendung hatte
diesem Motto einen Großteil ihres Erfolges zu verdanken. Marianne, Uli
und Manfred erfüllen telefonisch bestellte Plattenwünsche und hatten
auch sonst eine Menge zu bieten, und die Hörer gingen auf die
verrücktesten Idee ein: Wer bringt am schnellsten ein Kuh zur FSW? Wer
der Herr war, (......) festzustellen, dass er es aber geschafft hat, eine
knappe halbe Stunde später mit einer Kuh (oder war es ein Ochse?) in der
Romstraße 30 zu erscheinen, ist Tatsache.
Ein Jahr lang war FSW die heiter beschwingte Welle des Burggrafenamtes. Im
Sommer 1977 wurde sie es auch für den Untervinschgau, dann für Bozen und
das Unterland. Der Ausbau mittels Umsetzeranlagen hatte begonnen, und
damit tat man auch den Schritt vom fröhlich-unbeschwerten
"privaten" Sender zum Informationsmedium mit unterhaltendem
Charakter. Der Wandel von der heiter beschwingten Welle des
Burggrafenamtes zur "Servicewelle" Südtirols war eine logische
Fortentwicklung, denn FSW war längst kein Freizeitvergnügen mehr,
sondern (......) das Handeln bestimmten.
Der FSW Hörer kam mittlerweile aus allen Altersgruppen der Bevölkerung.
Das Programm musste daraufhin abgestimmt werden. Das hieß Popmusik ja,
aber nicht nur. 1977 wurde eine Sendereihe aufgenommen, die heute das
Prädikat "Südtirols beliebteste und erfolgreichste
Volksmusiksendung" verdien muss: Franzls zünftige Musikparade. Im
vergangenen April wurde zum 200. Mal ausgestrahlt. Ein weiteres Beweis
für die Beliebtheit dieser volkstümlichen Unterhaltungssendung ist die
alljährliche "Live"-Musikparade, die nun schon drei Mal den
Kursaal bis auf den letzten Platz gefüllt hat. Im Herbst 1977 fanden im
Zuge der Programmerweiterung Nachrichten und Sport Aufnahme.
Intern war der Auf- und Ausbau ebenfalls sichtbar geworden: FSW hatte in
der Romstraße nur einen Senderaum, ein Aufnahmestudio und zwei Büros.
Die Anzahl der Mitarbeiter hatte sich zwischen 30 und 40 eingependelt.
Zwei Jahre genügten diese Räume den Anforderungen. Die Redaktion hatte
mehrere Mitarbeiter bekommen, und die Gründung einer eigenen Werbeagentur
war erfolgt. Ein neuerlicher Umzug wurde notwendig: Seit 1980 ist die FSW
am Theaterplatz zuhause, also im Zentrum Merans.
Zu hören ist FSW nun überall in Südtirol, und dabei soll es auch
bleiben. Eine Ausdehnung des Sendegebietes auf das benachbarte Ausland ist
noch nicht geplant. Hören kann man allerdings FSW auch in weiter Ferne
wie Hörerpost aus der DDR bewies. In der Nähe Berlins empfängt ein
CB-Funker ab und zu FSW-Programme. Das ist jedoch nicht der einzige
Kontakt zwischen dem "Sender, der aus den Eierkartons kommt" (so
"Bild am Sonntag" in der Ausgabe vom 05. April 1981), und dem
deutschsprachigen Ausland. Der ADAC zum Beispiel
führt FSW offiziell als Service-Welle. Ist damit das Ziel von FSW
erreicht? Bestimmt nicht! Die inzwischen aufgetretene Konkurrenz erlaubt
kein Ausrasten auf den Lorbeeren. Die Verantwortlichen sind daher
bestrebt, immer bessere Unterhaltung und immer ausführlichere Information
zu bieten, wie es sich für eine "Servicewelle", die alt und
jung, Einheimische und Urlauber ansprechen will, gehört.
Das Jubiläumsprogramm vom 11. bis 16. Mai passt in dieses Konzept.
Die fröhlichen Wellen der FSW: 100,7 MHz: Bozen & Umgebung; 103,5
MHz: Meran, Ultental, Passeier, Untervinschau; 93,0 MHz: Obervinschau,
Schnalstal, Überetsch, Unterland
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