Radio-Urgestein Benny Schnier - Ein Porträt

Wenn es draußen richtig heiß ist, gibt es für mich nichts Schöneres als eine kühle Wiese. Ist dann mal so eine Grünfläche in Reichweite, nutzte ich das natürlich ausgiebig aus (siehe Foto). Ausgiebig - das heißt bei mir mindestens fünf Minuten. Meine Familie wird dann oft ungeduldig, aber das ist mir in diesem Falle wurscht. Dafür müssen Frauchen und Herrchen einfach Verständnis haben, schließlich laufe ich ja auch im Hochsommer mit einem Pelzmantel rum. 

Von einem, der auch immer mit einem zotteligen Vierbeiner unterwegs ist, will ich Euch heute berichten: Benny.
Mit komplettem Namen heißt er Benny Schnier, er war schon beim Radio und auch beim Fernsehen. Heute präsentiere ich Euch eine Story über Benny, die in dem Magazin 'Stern' erschienen ist. Ein gewisser Alexander Kühn hat das recht interessante Interview geführt, das mir Herrchen natürlich schon in aller Ausführlichkeit vorgelesen hat. Viel Spaß!

Benny Schnier, 47, wohnt mit Lebensgefährtin Carolin in Ottobrunn bei München. Im Alter von 16 Jahren war er von Frank Farian entdeckt worden, mit dem er in den folgenden Jahren 17 Singles produzierte. Größter Hit: "Amigo Charlie Brown". Anfang der 80er startete Benny Schnier seine Radiokarriere, spielte kleinere Rollen in TV-Filmen. Der frühere Teeniestar moderierte von 1979 an acht Jahre lang gemeinsam mit Anke Engelke das Kinderferien-Programm des ZDF.


Können Sie's noch? "Hallo, Leute, es sind Ferien ...

... alle machen blau von Flensburg bis nach Oberammergau, denn es sind Ferien ..." So was vergisst man nicht. Ich hab das Hunderte Mal mit Anke gesungen. Live, zu Beginn jeder Sendung. Von 1979 an acht Jahre lang. Den Text hat übrigens Wolfgang Hofer geschrieben, der mit dem Lied vom Trödler Abraham.

Der wirkliche Star des Ferienprogramms war Ihr Hund Wuschel, ein Bobtail mit Zottelfell und treuem Blick.

Der hat mehr Fanpost gekriegt als Anke und ich zusammen. Erst hatte ich ihn nur hinter den Kulissen dabei, irgendwann meinte der Redakteur, der würde doch gut in die Sendung passen. Die Kinder haben ihn geliebt. Später war er sehr krank, ich musste ihn einschläfern lassen. 13 Jahre alt ist er geworden.

Warum wurde das Ferienprogramm eingestellt?

Die Kinder- und Jugendabteilung bekam einen neuen Leiter. Der konnte mit uns nicht so viel anfangen. Sein Name war Markus Schächter.

Für Anke Engelke ging die Karriere nach dem Ferienprogramm erst richtig los. Sind Sie ein bisschen neidisch?

Ach was. Anke war als Kind schon unglaublich talentiert. Die kann singen, tanzen, komisch sein - so was hat in Deutschland gefehlt. Aus dem Pummelchen ist eine klasse Frau geworden.

Und aus Ihnen?

Ich hab auch mein Ding gemacht, hab mich allerdings nie festgelegt. Ich habe Radio gemacht bei Bayern 3, Radio Xanadu und Radio Charivari. Außerdem habe ich viele Veranstaltungen moderiert ...

... die Faschingsparty am Stachus, die Münchner Blade Night und das Gebrauchtwagen-Sommerfest bei Mercedes-Benz.

Seit kurzem moderiere ich gelegentlich bei Neun Live - mal schauen, ob mehr daraus wird. Ein weiteres Standbein ist die Schauspielerei. Zuletzt habe ich eine kleine Rolle im "Tatort" gespielt, neben Robert Atzorn und Franziska Petri - ich war ein fieser Bauunternehmer. Na, und dann habe ich mit einem Freund noch eine Firma, die "No Money Honey Corporation". Wir entwickeln Crossover-Ideen.

Was darf man sich darunter vorstellen?

Wir haben zum Beispiel eine Kooperation in die Wege geleitet zwischen Microsoft und Chris Norman: Wer seine neue CD kauft, kann sich von ihr den Microsoft Messenger runterladen.

Angefangen haben Sie als Sänger.

Mit zwölf hatte ich bereits eine eigene Band. Wir sind über die Dörfer gezogen, ich habe Lieder gesungen von den Beatles, den Rolling Stones, Peter Alexander.

Peter Alexander?

Ich fand den super. Der hatte eine tolle Stimme. Und weil mein Stimmumfang so groß war wie der von Heintje, habe ich natürlich auch "Mama" gesungen. Dann kam der Stimmbruch. Mit 16 hatte ich wieder eine Band, unsere Haare waren lang, die Gitarren verzerrt, und über den Probekeller sind wir nie hinausgekommen.

Dann haben Sie einen Talentwettbewerb gewonnen, und Frank Farian hat Sie unter seine Fittiche genommen.

Ich durfte in der ZDF-Hitparade auftreten, danach habe ich 60.000 Fanbriefe bekommen, sehr zum Bedauern unseres Postboten. Und dann ging's los: heute Köln, morgen München, übermorgen Freiburg. Nach zehn Jahren hatte ich die Schnauze voll vom Singen. Ich wollte nicht so enden wie die Kollegen, die sich in Bierzelten zu Tode tingeln. Aber jetzt werde ich wieder rückfällig: Im Juli bin ich in Hamburg auf dem Schlagermove dabei.